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Partnerschaftsvertrag inkl. Anlagen öffentlich

                                    
                                        Partnerschaftsvertrag
zwischen der Stadt Rheda-Wiedenbrück
und der Energieversorgung Oelde GmbH

Zwischen
Stadt Rheda-Wiedenbrück
– vertreten durch den Bürgermeister Theo Mettenborg –
Rathausplatz 13
33378 Rheda-Wiedenbrück
– „Stadt“ –
und
der Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
– vertreten durch den Geschäftsführer Rolf Berlemann –
Poststraße 6
59302 Oelde

– „strategischer Partner“ –
– jeweils einzeln und zusammen auch bezeichnet als „Partner“ –

§1
Präambel
1.1

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück will ihren Beitrag zur Energiewende leisten, den
kommunalen Einfluss auf die Energieversorgung stärken und zu diesem Zweck
gemeinsam mit einem strategischen Partner ein Stadtwerk in Rheda-Wiedenbrück
gründen (das „Stadtwerk“).

1.2

Das Stadtwerk soll so ausgestaltet werden, dass es ein für die Stadt passendes
„Stadtwerk nach Maß“ ist, welches die energiepolitischen, ökologischen und
wirtschaftlichen Ziele der Stadt unterstützt. Übergeordnete energie- und
umweltpolitische Ziele sind die Förderung von Energieeinsparung,
Energieeffizienz und von erneuerbaren Energien. Wirtschaftliche Ziele der Stadt
sind die Schaffung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen vor Ort in
1

Rheda-Wiedenbrück und ggf. der Region sowie die Verzinsung des von ihr für die
Stadtwerksgründung eingesetzten Kapitals.
1.3

Das Stadtwerk ist der Mission verpflichtet: „Als kommunales Stadtwerk sind wir für
unsere Bürger innovativ und ökologisch als kompetenter und wirtschaftlicher
Dienstleister tätig, der Region und der Nachhaltigkeit verpflichtet.“

1.4

Die Stadt will die gesellschaftsrechtliche Mehrheit am Stadtwerk halten, d.h.
mindestens 51% der Gesellschaftsanteile. Für den strategischen Partner als
Minderheitsgesellschafter werden angemessene Schutzrechte in dem zwischen
beiden Partnern vereinbarten Vertragswerk vereinbart.

1.5

Beide Seiten streben eine wirtschaftlich erfolgreiche, faire und langfristige
Partnerschaft an. Dazu haben sie gemeinsame konzeptionelle Eckpunkte sowie
eine nach bestem Wissen und Gewissen erfolgte Planung der wirtschaftlichen
Entwicklung des Stadtwerks miteinander abgestimmt,
die diesem
Partnerschaftsvertrag als Anlage 1 beigefügt sind.

1.6

Das Stadtwerk wird seine Tätigkeit nach außen unmittelbar nach Eintragung der
Gesellschaft ins Handelsregister aufnehmen.
§2
Inhalt des Partnerschaftsvertrags, Vertragswerk

2.1

Dieser Partnerschaftsvertrag legt die Grundlagen für die Kooperation zwischen der
Stadt und dem strategischen Partner fest.

2.2

Die Ausgestaltung der Partnerschaft erfolgt in einem Vertragswerk, das diesen
Partnerschaftsvertrag (der „Partnerschaftsvertrag“), die Gesellschaftsverträge
der zu gründenden Gesellschaften Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co.
KG und Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH sowie einen
Geschäftsbesorgungsvertrag umfasst (zusammen das „Vertragswerk“).

2.3

Die Partner verpflichten sich, unverzüglich nach Abschluss dieses Vertrages
2.3.1

die Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH mit dem in
Anlage 2 beigefügten Gesellschaftsvertrag zu gründen,

2.3.2

die Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG mit dem in Anlage 3
beigefügten Gesellschaftsvertrag zu gründen und

2.3.3

den in Anlage 4 beigefügten Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der
Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG und dem strategischen
Partner abzuschließen.
2

2.4

Für den Fall, dass es im Vertragswerk Regelungsinhalte geben sollte, die sich
widersprechen, hat dieser Partnerschaftsvertrag Vorrang, sofern die jeweilige
Regelung rechtlich zulässig ist. Die Partner verpflichten sich, die anderen Verträge
in diesem Fall an diesen Partnerschaftsvertrag anzupassen.
§3
Ziele der Partner

Die Partner stimmen hinsichtlich der Ziele für das Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH &
Co. KG darin überein, dass
3.1

die Partnerschaft dazu dient, das Stadtwerk zum wirtschaftlichen Erfolg zu führen,

3.2

jeder der Partner hierfür einen angemessenen Beitrag zu leisten hat,

3.3

der steuerliche Querverbund bei der Stadt sichergestellt und künftig ggf.
ausgebaut werden soll, sofern dies für den strategischen Partner nicht nachteilig
ist,

3.4

das Stadtwerk sukzessive aufgebaut wird, so dass es zu Beginn den Vertrieb von
Strom und Gas für Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden leistet und zu einem
späteren Zeitpunkt energienahe Dienstleistungen erbringt sowie Projekte zur
Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien und in
Kraft-Wärme-Kopplung umsetzt,

3.5

Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung umgesetzt werden (z.B. durch einen Beirat
und eine finanzielle Beteiligung der Bürger an Erzeugungsprojekten u.a.) und

3.6

im Stadtwerk sukzessive eigene Personalressourcen aufgebaut werden, um
zunehmend kerngeschäftsnahe Funktionen ins Stadtwerk selbst zu verlagern –
sofern dies wirtschaftlich oder strategisch sinnvoll ist – und um Arbeitsplätze und
Wertschöpfung vor Ort zu sichern.
§4
Rechte und Pflichten der Partner

4.1

Beide Partner verpflichten sich, das Stadtwerk so auszugestalten, dass es
steuerlich und rechtlich in optimaler Weise umgesetzt wird und alle maßgeblichen
gesetzlichen Vorschriften, insbesondere der Gemeindeordnung NRW,
berücksichtigt werden.

4.2

Sollten durch Vorgaben der Finanzverwaltung oder sonstiger Aufsichtsbehörden
oder durch Änderung rechtlicher oder steuerlicher Bedingungen Änderungen am

3

Vertragswerk erforderlich werden, verpflichten sich beide Partner, diesen
Änderungen zuzustimmen.
4.3

Beide Partner nehmen am Erfolg der Gesellschaft nach Maßgabe des
Gesellschaftsvertrages der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG teil.
Die Partner können einvernehmlich davon abweichende Regelungen beschließen.

4.4

Die Stadt verpflichtet sich, für die Laufzeit dieses Partnerschaftsvertrages keine
gleiche oder ähnliche Vereinbarung mit einem anderen Unternehmen hinsichtlich
des Vertriebs von Strom, Gas oder Wärme auf dem Gebiet der Stadt
Rheda-Wiedenbrück abzuschließen, es sei denn der strategische Partner stimmt
dem ausdrücklich zu.

4.5

Der strategische Partner verpflichtet sich,
4.5.1

im Rahmen seiner Geschäftsbesorgung die Aufbau- und
Ablaufleistungen für das Stadtwerk zu erbringen, die in dem
Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen dem strategischen Partner und
der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG (Anlage 4)
festgelegt sind, und

4.5.2

bei der Einbindung Dritter, derer er sich bedient, dem Stadtwerk
gegenüber deren Leistungserbringung zu verantworten.
§5
Finanzierung

5.1

5.2

Die Stadt verpflichtet sich, zur Finanzierung des Stadtwerks im Rahmen der
Gründung die folgenden Einlagen zu leisten:
5.1.1

Die Stammeinlage in Höhe von EUR 12.750,00
als Anteil am
Stammkapital der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH
gemäß § 4.2.1 ihres Gesellschaftsvertrages (Anlage 2) und

5.1.2

die Kommanditeinlage in Höhe von EUR 81.600,00 als Anteil am
Festkapital der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG gemäß §
4.3.1 ihres Gesellschaftsvertrages (Anlage 3).

Der strategische Partner verpflichtet sich, zur Anschubfinanzierung des
Stadtwerks im Rahmen der Gründung die folgenden Einlagen zu leisten:
5.2.1

Die Stammeinlage in Höhe von EUR 12.250,00
als Anteil am
Stammkapital der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH
gemäß § 4.2.2 ihres Gesellschaftsvertrages (Anlage 2) und
4

5.2.2

die Kommanditeinlage in Höhe von EUR 78.400,00 als Anteil am
Festkapital der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG gemäß §
4.3.2 ihres Gesellschaftsvertrages (Anlage 3).

5.3

Der strategische Partner verpflichtet sich, zur Anschubfinanzierung des
Stadtwerks diesem nach Gründung ein Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt
zu gewähren. Hinsichtlich der Ausgestaltung der Darlehensbedingungen einigen
sich beide Partner bilateral und halten dies in einem gesonderten
Darlehensvertrag fest.

5.4

Keiner der Partner ist verpflichtet, der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co.
KG oder der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH über die
Leistungen nach den vorstehenden § 5.1 und § 5.2 hinaus finanzielle oder
sonstige Mittel zur Verfügung zu stellen.

5.5

Sofern sich zukünftig ergeben sollte, dass die Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück
GmbH & Co. KG oder die Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH zur
Erfüllung ihrer Aufgaben weitere finanzielle oder sonstige Mittel, einschließlich
Sicherheiten gegenüber Dritten, benötigt, werden die Partner Gespräche über die
Möglichkeit und die für beide Partner vorteilhafteste Art und Weise der
Zurverfügungstellung solcher Mittel führen. Beide Partner werden sich dabei unter
Berücksichtigung des Grundsatzes von Treu und Glauben um eine Einigung
bemühen. Sofern die Partner eine Einigung erzielen, werden die Mittel von den
Partnern im Verhältnis ihrer jeweiligen Anteile am Festkapital der Stadtwerk
Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt. Sofern sich die
Beteiligungsverhältnisse der Partner nachträglich ändern sollten, werden die
Partner den Umfang der jeweils zur Verfügung gestellten Mittel an die neuen
Beteiligungsverhältnisse anpassen.
§6
Grundsätze der Zusammenarbeit

6.1

Beide Partner partizipieren an Chancen und Risiken des Stadtwerks nach
Maßgabe ihrer Beteiligungshöhe und nach Maßgabe ihrer jeweiligen
Gestaltungsmöglichkeiten. Davon abweichende Regelungen können im
Vertragswerk sowie durch Beschluss der Gesellschaftsgremien getroffen werden,
insbesondere da allein der strategische Partner über die energiewirtschaftliche
Kompetenz zur Umsetzung des Stadtwerks verfügt.

6.2

Ziel ist – ungeachtet der Anteilsverteilung – eine partnerschaftliche Gestaltung der
Kooperation auf Augenhöhe. Rechte und Pflichten der Partner sollen deshalb
möglichst ausgewogen sein.

5

6.3

Leistungen, die von den Partnern im Auftrag der Gesellschaft für diese erbracht
werden, haben marktüblichen Gepflogenheiten zu entsprechen. Insbesondere
sind für Umfang, Qualität und Vergütung der Leistungen Marktkonditionen zu
vereinbaren. Sind von den Partnern solche Marktkonditionen nicht in Erfahrung zu
bringen, dann werden sie ihre Leistungen zu Selbstkosten erbringen. Selbstkosten
sind: Materialeinkaufspreise zuzüglich eines Gemeinkostenzuschlags von 15%
sowie Lohnkosten einschließlich der zu zahlenden Zulagen, Zeitzuschläge und
Kindergelder zuzüglich eines Aufschlages zur Abgeltung der gesetzlichen und
tariflichen und sonstigen Sozialleistungen.
§7
Vertraulichkeit, Loyalität

7.1

Die Partner verpflichten sich, sämtliche im Zusammenhang mit dem Abschluss
des Vertragswerks erhaltenen Informationen über dessen Inhalt und über den
anderen Partner vertraulich zu behandeln. Die Partner werden sicherstellen, dass
ihre Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen und sonstige von ihnen im Rahmen der
Stadtwerksgründung betraute Personen diese Verpflichtung zur Vertraulichkeit
einhalten.

7.2

Von der Verpflichtung zur Vertraulichkeit nicht umfasst sind Tatsachen, die
öffentlich bekannt sind oder ohne eine Verletzung dieser Verpflichtung öffentlich
bekannt werden oder deren Offenlegung durch Gesetz oder andere für den
Partner verbindliche öffentlich-rechtliche Anordnungen vorgeschrieben oder zum
Zwecke der Durchführung des Vertragswerks erforderlich ist. Die Stadt ist
insbesondere berechtigt, Informationen an ihre politischen Gremien
weiterzugeben.

7.3

Die Verpflichtung zur Vertraulichkeit gilt auch für die Zeit nach Beendigung der
Verträge fort.

7.4

Die Partner werden ihre Verpflichtungen aus dem Vertragswerk stets loyal erfüllen
und bei der Umsetzung des Vertragswerks auf die Interessen des anderen
Partners Rücksicht nehmen.

Laufzeit des Partnerschaftsvertrags, ordentliche Kündigung
7.5

Dieser Partnerschaftsvertrag tritt mit seiner Unterzeichnung in Kraft und wird auf
unbestimmte Zeit geschlossen.

7.6

Der Partnerschaftsvertrag kann von jedem Partner mit einer Frist von 24 Monaten
gekündigt werden, frühestens jedoch zum 31. Dezember 2024, danach jeweils
zum 31. Dezember eines jeden fünften Jahres.
6

7.7

Die Kündigung ist schriftlich gegenüber dem anderen Partner zu erklären.
§8
Sonderkündigungsrechte

8.1

Jeder Partner kann diesen Partnerschaftsvertrag aus wichtigem Grund durch
schriftliche Erklärung gegenüber dem anderen Partner kündigen.

8.2

Ein wichtiger Grund ist insbesondere gegeben im Fall

8.3

8.2.1

einer Verletzung wesentlicher Pflichten aus diesem Partnerschaftsvertrag
durch den anderen Partner, sofern der andere Partner die
Pflichtverletzung trotz schriftlicher Mahnung nicht innerhalb von vier (4)
Wochen abstellt,

8.2.2

des Ausscheidens des anderen Partners aus der Stadtwerk
Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG und/oder der Stadtwerk
Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH,

8.2.3

der Zwangsvollstreckung in den Gesellschaftsanteil des anderen
Partners an der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG, in den
zugehörigen
Gewinnanteil
oder
in
das
zugehörige
Auseinandersetzungsguthaben des anderen Partners,

8.2.4

der rechtskräftigen Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das
Vermögen des anderen Partners oder der Ablehnung eines
entsprechenden Antrags mangels Masse oder

8.2.5

des Erwerbs eines unmittelbaren oder mittelbaren beherrschenden
Einflusses auf den anderen Partner durch ein anderes Unternehmen
(Kontrollwechsel).

Die Kündigung nach § 9.2 kann innerhalb eines (1) Jahres erklärt werden,
nachdem der kündigende Partner von dem wichtigen Grund Kenntnis erlangt hat.
§9
Schlussbestimmungen

9.1

Bei Streitigkeiten aus und im Zusammenhang mit diesem Partnerschaftsvertrag
sollen beide Partner grundsätzlich eine einvernehmliche Lösung suchen.]

9.2

Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus und im Zusammenhang
mit
diesem
Partnerschaftsvertrag
und
seiner
Durchführung
ist
Rheda-Wiedenbrück.
7

9.3

Änderungen, Ergänzungen oder die Aufhebung dieses Partnerschaftsvertrages
einschließlich der Abänderung dieser Bestimmung selbst bedürfen der Schriftform,
soweit nicht nach zwingendem Recht eine strengere Form (z. B. notarielle
Beurkundung) erforderlich ist. Die elektronische Form (z. B. E-Mail) ersetzt die
Schriftform nicht.

9.4

Sollten einzelne Bestimmungen dieses Partnerschaftsvertrages unwirksam sein
oder werden, so wird die Rechtswirksamkeit der übrigen Bestimmungen dadurch
nicht berührt. Die betreffende Bestimmung ist durch eine wirksame zu ersetzen,
die dem angestrebten wirtschaftlichen Zweck möglichst nahe kommt.
Entsprechendes gilt im Fall einer Vertragslücke.

Anlage 1: Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk
Anlage 2: Gesellschaftsvertrag der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH
Anlage 3: Gesellschaftsvertrag der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG
Anlage 4: Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück
GmbH & Co. KG und dem strategischen Partner

8

Stadt Rheda-Wiedenbrück

(Hinweis: Geschwärzt sind diejenigen Teile, die nur „nicht-öffentlich“ beraten
werden können.)

Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag zwischen der Stadt
Rheda-Wiedenbrück und der Energieversorgung Oelde
GmbH (EVO)

Vertragsanlage

Inhaltliche und konzeptionelle
Eckpunkte für das Stadtwerk

Stadt Rheda-Wiedenbrück und Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

Inhaltsverzeichnis
Seite
1

2

Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk ...............................................3
1.0 Vorbemerkung .................................................................................................................. 3
1.1 Grundsätze für das »Stadtwerk nach Maß«....................................................................... 3
1.2 Markteintritt mit einer »positiven Story« bzw. einem Alleinstellungsmerkmal ..................... 4
1.3 Produktportfolio im Strom und Gas.................................................................................... 4
1.4 Preispolitik im Strom- und Gasvertrieb .............................................................................. 5
1.5 Sonstige energienahe Dienstleistungen für die Kunden..................................................... 6
1.6 Umsetzung von Bürgerbeteiligung..................................................................................... 7
1.7 Unterstützung der Stadt bei der Umsetzung der Energiewende vor Ort ............................ 7
1.8 Sonstige Vorteile für die Kunden ....................................................................................... 8
1.9 Anforderungen an die Ausgestaltung der Geschäftstätigkeit.............................................. 8
1.10 Unternehmensvision und Mission für das Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück ........................ 9
1.11 Geschäftsmodell des Stadtwerks .................................................................................... 10
1.11.1 Eigene Marke des Stadtwerks ................................................................................... 10
1.11.2 Geschäftsbesorgung durch den strategischen Partner .............................................. 11
1.11.3 Umsetzung des Kundencenters vor Ort..................................................................... 11
1.11.4 Weitere Umsetzung des Strom- und Gasvertriebs..................................................... 12
1.11.5 Projekte zur Erzeugung von Strom und Wärme ........................................................ 13
1.11.6 Angebote zum Ausbau der Wärmeinfrastruktur in Rheda-Wiedenbrück .................... 14
1.11.7 Leistungsbezug von der Stadtverwaltung sowie Gewerbetreibenden vor Ort ............ 14
1.12 Vorbereitung des Markteintritts im 2. Halbjahr 2014 ........................................................ 15
1.13 Vergütung der Leistungen des strategischen Partners .................................................... 16
1.14 Sonstige Vorteile zu Gunsten des Stadtwerks bzw. der Stadt.......................................... 17
Wesentliche Eckdaten des Business Case .......................................................................... 18

2

Stadt Rheda-Wiedenbrück und Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

1

1.0

Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das
Stadtwerk
Vorbemerkung

Die nachfolgenden inhaltlichen und konzeptionellen Eckpunkte für das
Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück sind Anlage 1 des Partnerschaftsvertrages und
speisen sich – wie in der Antwort auf Bieterfragen Nr. 6 und 7 vom 10.04.2014
erläutert – aus
1. 1. Verfahrensbrief der Stadt Rheda-Wiedenbrück
(Kapitel 1 »Konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk RhedaWiedenbrück«)
2. 2. Verfahrensbrief der Stadt Rheda-Wiedenbrück
(Kapitel 6 »Weitere Hinweise inhaltlicher Art«)
3. dem Verbindlichen Angebot der EVO
4. wesentlichen Eckdaten des Business Case der EVO.

1.1

Grundsätze für das »Stadtwerk nach Maß«

Das Stadtwerk wird so ausgestaltet, dass es ein für die Stadt passendes
»Stadtwerk nach Maß« ist, welches die energiepolitischen, ökologischen und
wirtschaftlichen Ziele der Stadt unterstützt. Übergeordnete energie- und
umweltpolitische Ziele sind die Förderung von Energieeinsparung,
Energieeffizienz und von erneuerbaren Energien. Wirtschaftliche Ziele der Stadt
sind die Schaffung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen vor Ort in RhedaWiedenbrück und ggf. der Region sowie die Verzinsung des von ihr für die
Stadtwerksgründung eingesetzten Kapitals.
Nach dem Markteintritt zum 01.01.2015 erfolgt der Geschäftsaufbau
sukzessive, um das Stadtwerk nicht zu Beginn zu überfrachten: Am Anfang
stehen der Vertrieb von Strom und Gas an Privat- und Gewerbekunden (PuGSegment). Später kommen energienahe Dienstleistungen sowie Projekte zur
Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien und in Kraft-WärmeKopplung u.a. hinzu.
Aufgrund der starken mittelständischen Prägung der Stadt Rheda-Wiedenbrück
erfolgt nach Einführung der Strom- und Gasprodukte sowie der energienahen
Dienstleistungen im Privat- und Gewerbesegment eine Fokussierung auf den
Bereich der Geschäfts- und Großgewerbekunden. Die regionale Verbundenheit
der ortansässigen »Hidden Champions« wird genutzt, um eine nachhaltige
Geschäftsbeziehung aufzubauen. Gleichzeitig mit dem Strom- und Gasvertrieb

3

Stadt Rheda-Wiedenbrück und Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

für Geschäfts- und Großgewerbekunden steht die Einführung von
Energiedienstleistungen in diesem Segment an.
1.2

Markteintritt mit einer »positiven Story« bzw. einem
Alleinstellungsmerkmal

Die Corporate Story lautet wie folgt (Kernaussagen):
•

»Mit dem Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück nimmt Rheda-Wiedenbrück die
Energieversorgung in die eigene Hand. Damit verbindet sich ein
Leistungsversprechen, das so nur das Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück
abgeben kann: Als ortsansässiger, kommunaler Akteur können wir bei
der Energieversorgung lokale Interessen und Bedürfnisse stärker
berücksichtigen, als dies irgendein anderer externer Energieversorger
sonst könnte.

•

Wir stehen für eine bürgernahe Energieversorgung. Wir sind für die
Rheda-Wiedenbrücker vor Ort erreichbar und ansprechbar. Diese Nähe
macht sich nicht nur am Sitz des Unternehmens mitten in RhedaWiedenbrück fest, sondern insbesondere an Produkten und
Dienstleistungen, die seriös, transparent und an den lokalen
Bedürfnissen orientiert sind.

•

Wir stehen für regionale Wertschöpfung und schaffen so wirtschaftlichen
Mehrwert für die Stadt/Region. Wir fühlen uns als Auftraggeber der
heimischen Wirtschaft verpflichtet, als Arbeitgeber bieten wir den eigenen
Bürgern und deren Kindern eine berufliche Perspektive, und als
erfolgreiches Unternehmen stärkt unser Ergebnis unmittelbar den
städtischen Haushalt. Anders als für Fremdanbieter ist RhedaWiedenbrück für uns nicht nur Markt, sondern Heimat.

•

Wir stehen für langfristiges gemeinwohlorientiertes Handeln statt
kurzfristiger Gewinnmaximierung. Damit sehen wir uns in der
Verantwortung, die Energiewende vor Ort in Rheda-Wiedenbrück zu
realisieren. Um die lokalen umweltpolitischen Ziele in der
Energieversorgung umzusetzen, gibt es kein besseres Instrument als das
eigene Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück.«

1.3

Produktportfolio im Strom und Gas

Strom
Das Stadtwerk positioniert sich von Beginn an als Anbieter eines Stromprodukts
aus regenerativen Energien. Darüber hinaus orientiert sich das Stadtwerk bei

4

Stadt Rheda-Wiedenbrück und Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

der Produktgestaltung an Empfehlungen der Stiftung Warentest und des
Verbraucherschutzes mit dem Ziel eines einfachen sowie transparenten
Produktangebotes. Den Kunden werden ein faires und transparentes
Preismodell sowie verschiedene Optionen, wie z.B. ein Produkt mit
Preisgarantie, angeboten.
Das Ökostromprodukt ist zertifiziert (zum Markteintritt mit dem OKpower-Label),
die Mehrkosten werden vom Stadtwerk getragen.
Regionale Erzeugung fließt über Direktvermarktung mit ins Beschaffungsportfolio, sofern die entsprechenden Anlagenbetreiber ihren erzeugten Strom
an die EVO vermarkten.

Gas
Das Stadtwerk orientiert sich bei der Produktgestaltung an Empfehlungen der
Stiftung Warentest und des Verbraucherschutzes mit dem Ziel eines einfachen
sowie transparenten Produktangebotes. Den Kunden werden ein faires und
transparentes Preismodell sowie verschiedene Optionen, wie z.B. ein Produkt
mit Preisgarantie oder mit prozentualer Beimischung von Biogas, angeboten.

1.4

Preispolitik im Strom- und Gasvertrieb

In der Preispolitik im Strom- und Gasvertrieb zum Markteintritt des Stadtwerks
erfolgen:
•

Klare Fokussierung auf Serviceführerschaft und keine Ausrichtung als
Discountanbieter

•

Preispositionierung zum Sondervertragsprodukt des Grundversorgers
unter Berücksichtigung der Wettbewerbssituation vor Ort

•

Kein einmaliger Wechselbonus, sondern günstiger Arbeitspreis

•

Deutlicher Preisvorteil für den Kunden gegenüber dem
Wettbewerbsprodukt des Grundversorgers

•

Grund- und Arbeitspreis-Modell anstatt eines reinen Arbeitspreis-Modells

•

Rabatt bei Kombi-Produkt Strom und Gas.

5

Stadt Rheda-Wiedenbrück und Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

1.5

Sonstige energienahe Dienstleistungen für die Kunden

Ein zeitnaher sukzessiver Aufbau von energienahen Dienstleistungen ist für das
Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück von hoher Bedeutung. Hierbei wird auch auf
regionale Partner zur Umsetzung (Partnerschaften) zurückgegriffen. Dies
erhöht die lokale Wertschöpfung, unterstützt die Botschaft des regionalen
Versorgers und gewährleistet ein breites Angebotsspektrum bereits im ersten
Geschäftsjahr.
Produkte, welche Mitte 2015 angeboten werden, sind:
•

Qualifizierte Beratungen zu den Themen Energie, Verbrauchsanalyse
und Fördermittel (telefonisch und im Kundencenter)

•

Energie-Check beim Kunden vor Ort sowie Blower-Door-Tests (regionale
Partner, z.B. Schornsteinfeger, Installateure, ortsansässige
Energieberater etc.)

•

Ausleihe von Strommessgeräten sowie Verkauf eines Smart-MeterPakets im Kundencenter (von den EVO)

•

Thermografie und Energieausweis (zusammen mit regionalen Partnern,
z.B. Schornsteinfegern, Installateuren, Energieberatern etc.)

•

Einrichtung und Betrieb einer Stromtankstelle (durch EVO), sofern
möglich vor dem Kundencenter.

Produkte, welche im Jahresverlauf 2016 angeboten werden – in
Zusammenarbeit mit einem Dienstleister (z.B. ortsansässigem Ingenieurbüro),
wobei in der Außendarstellung das Stadtwerk als Anbieter im Vordergrund steht
–, sind:
•

Technische Optimierung von Wärmeerzeugungsanlagen mit dem Ziel,
bei Kundenanlagen Betriebskosten zu reduzieren und den Umweltschutz
zu verbessern (z.B. Erstellung/Bewertung von Trendkurven oder
Optimierungs- und Investitionsvorschlägen)

•

Nahwärme-Contracting.

Produkte, welche im Jahresverlauf 2017 angeboten werden – in
Zusammenarbeit mit einem Dienstleister (z.B. ortsansässigem Ingenieurbüro),
wobei in der Außendarstellung das Stadtwerk als Anbieter im Vordergrund steht
–, sind:

6

Stadt Rheda-Wiedenbrück und Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

•

Energiedienstleistungen mit dem Fokus auf Geschäftskunden (z.B.
Energie-Messung, -analyse, -management und -contracting, mit Fokus
auf das örtliche Möbel-, Holz und Fleischgewerbe)

•

Versorgungskonzepte für kommunale Liegenschaften, z.B. Schulen und
Kindergärten

•

1.6

Photovoltaik-Angebot für Eigenheimbesitzer.

Umsetzung von Bürgerbeteiligung

Die Einbindung der Einwohner aus Rheda-Wiedenbrück bei der Gestaltung
strategischer Teilaspekte des Stadtwerks ist enorm wichtig. Dies fördert die
Akzeptanz als neuer, regionaler Anbieter auf der einen Seite und schafft auf der
anderen Seite Glaubwürdigkeit bei den Bürgern.
Um dies zu gewährleisten:
•

besteht die Option der Einrichtung eines Beirates, der die Gesellschaft
berät

•

werden im Jahr 2015 Kunden durch Kunden des Stadtwerks geworben

•

wird im Jahr 2016 eine Kooperation mit örtlichen Kreditinstituten
angestrebt, um einen Energiesparbrief aufzusetzen

•

strebt das Stadtwerk eine Mitgliedschaft in der Bürgerenergiegenossenschaft RheWie eG an und wird eine aktive Zusammenarbeit
umsetzen, auch bei der Suche und Bewertung von Projektideen zur
dezentralen, regenerativen Erzeugung.

1.7

Unterstützung der Stadt bei der Umsetzung der Energiewende
vor Ort

Das Stadtwerk wird die Stadt Rheda-Wiedenbrück bei der Umsetzung ihres
integrierten Klimaschutzkonzeptes sowie bei der Umsetzung der Energiewende
vor Ort unterstützen. Konkret umfasst dies im ersten Schritt folgende
Eckpunkte:
•

Klimaneutrales Stadtwerk: Im Gegensatz zum Geschäft der
konventionellen Kraftwerksbetreiber besteht keine gesetzliche
Verpflichtung zum Ausgleich für die vom Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück
betreuten Wertschöpfungsstufen. Das Stadtwerk sollte daher auf
freiwilliger Basis die im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit

7

Stadt Rheda-Wiedenbrück und Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

stehenden Emissionen im Rahmen eines vom TÜV zertifizierten
Prozesses vollständig kompensieren.
•

Kampagnen für Klimaschutz: Durch die Entwicklung eines
Energiesparbriefs in Zusammenarbeit mit örtlichen Kreditinstituten
erhält der Bürger eine zusätzliche Möglichkeit, sich aktiv an
Klimaschutzprojekten zu beteiligen.

•

Finanzierungsmodell für Altbauten sowie quartiersbezogene
Beratungsaktionen: Das Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück soll eine
Förderung für die Umstellung der Heizungsanlage auf Erdgas anbieten.

•

»Energielotsen« für kleine und mittlere Unternehmen (KMU): Das
Stadtwerk bietet in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern (wie
ortsansässigen Ingenieur- oder Planungsbüros) eine KMU-spezifische
Beratung an.

•

Ausbau der Solarenergienutzung: Das Stadtwerk strebt mittelfristig ein
eigenes Produkt zur Errichtung von PV-Anlagen sowie deren
Einspeisung an, ggf. kurzfristig durch einen externen/überregionalen
Partner (z.B. greenergetic).

•

Das Stadtwerk bietet quartalweise eine öffentliche Informationsveranstaltung rund um das Thema Energieeffizienz an.

1.8

Sonstige Vorteile für die Kunden

Der Kunde unterstützt durch seinen Strom- und Gaspreis direkt die
Energiewende vor Ort: Der Kunde erhält ein Ökostromprodukt ohne Aufpreis,
und der Kunde kann sein Gasprodukt mit einer Biogasbeimischung aufwerten.
Unter der Voraussetzung, dass die entsprechenden Anlagenbetreiber ihren
erzeugten Strom an die EVO vermarkten, wird regional erzeugte Energie in der
Region verbraucht.

1.9

Anforderungen an die Ausgestaltung der Geschäftstätigkeit

Kennzeichen des Stadtwerks sind insbesondere:
•

Schaffung einer starken lokalen Marke

•

langjährige und rentable Kundenbeziehungen

•

große Kundennähe und lokale Sichtbarkeit

8

Stadt Rheda-Wiedenbrück und Energieversorgung Oelde GmbH (EVO)
Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

•
•

hohe Kundenbindung und -loyalität
enge Vernetzung des Stadtwerks und seiner Mitarbeiter vor Ort sowie mit
der Stadt Rheda-Wiedenbrück.

1.10

Unternehmensvision und Mission für das Stadtwerk RhedaWiedenbrück

Vision (»Wo sehen wir uns in der Zukunft?«)
•

In der Stadt und der angrenzenden Region haben wir als unabhängiges
Stadtwerk die führende Position übernommen.

•

Mit eigenen regenerativen Erzeugungskapazitäten und zukunftsfähigen
Energieeffizienzdienstleistungen sind wir zentraler Akteur der lokalen
Energiewende. Unser Stadtwerk ist Garant einer lokalen
Energieversorgung, die auf regenerativen Energien basiert.

•

Die Ertragskraft unseres Unternehmens leistet einen Beitrag zur
finanziellen Unabhängigkeit der Stadt.

Mission (»Unsere Aufgabe, unsere Daseinsberechtigung, unser Nutzen für
die Kunden«)
•

Wir sind der Energieversorger. Aus Rheda-Wiedenbrück. Für RhedaWiedenbrück.

•

Als kommunales Stadtwerk sind wir für Bürger innovativ und ökologisch
als kompetenter und wirtschaftlicher Dienstleister tätig, der Region und
der Nachhaltigkeit verpflichtet.

•

Wir sind als Stadtwerk näher dran an den Bürgern, an der lokalen
Wirtschaft und an der Kommune, als jeder andere Anbieter dies sein
kann.

•

Ausdruck dieser Nähe und Identifikation mit der Stadt und ihren Bürgern
sind Produkte und Dienstleistungen, die immer auch dem Gemeinwohl
verpflichtet sind. Lokale Dienstleister sowie der lokale Arbeitsmarkt
werden – wo immer möglich und zulässig – vorrangig berücksichtigt. Die
Stärkung der lokalen Wirtschaft ist nicht Nebeneffekt, sondern
Unternehmensziel.

•

Als Akteur der regionalen Energiewende genießen wir hohe
Glaubwürdigkeit. Wir sind damit besser in der Lage, Bürger auf dem Weg

9

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

zu einer zukunftsfähigen Energienutzung mitzunehmen, als ein
Fremdanbieter.
Leitlinien (»An welchen anfassbaren Zielen wollen wir uns orientieren?«)
•

Unsere Strom- und Gasprodukte sind fair kalkuliert, die Vertragsgestaltung ist kundenfreundlich, Ökostrom und Biogas gehören zur
Produktpalette.

•

Wo immer wirtschaftlich möglich, wollen wir regenerative Energie in der
Region für die Region erzeugen. Das Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück
setzt auch damit das Klimaschutzkonzept der Stadt Rheda-Wiedenbrück
in die Praxis um.

•

Der reine Verkauf von kWh ist als Geschäftsmodell mehr und mehr
überholt. Wir entwickeln daher sukzessive Energiedienstleistungen,
welche die Energieeffizienz der Privatkunden, der Gewerbekunden und
der städtischen Liegenschaften steigern. Die Energiewende betreiben wir
nicht technikverliebt, sondern orientiert an den Möglichkeiten und an der
Lebenswirklichkeit der Menschen (erschwinglich, zeitnaher Nutzen).

•

Der Auftritt gegenüber Kunden ist bürgernah. Wir übersetzen
Energieangelegenheiten in eine bürgerverständliche Sprache. Wir sind
für unsere Kunden persönlich erreichbar – durch Präsenz vor Ort durch
eine hohe Sensibilität für die Bedürfnisse der Rheda-Wiedenbrücker.

•

Wir unterstützen im Rahmen unserer Möglichkeiten lokale Initiativen für
Sport, Kultur und soziales Engagement.

•

Das Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück verpflichtet sich zu einer
verantwortungsvollen Unternehmensführung. Dazu zählen ein fairer
Umgang mit den Mitarbeitern, seriöses, kaufmännisch solides
Wirtschaften sowie Kundenbeziehungen, die auf eine langfristige
Partnerschaft angelegt sind.

1.11

Geschäftsmodell des Stadtwerks

1.11.1 Eigene Marke des Stadtwerks
Die Markenkerne »lokale Nähe«, »Gemeinwohlorientierung« und »regionale
Wertschöpfung« werden durch die herausgehobene Verwendung des
Stadtwerke-Begriffs transportiert. Die ökologische Orientierung des Stadtwerks
Rheda-Wiedenbrück kann durch die Bildmarke und/oder die Farbgebung
gestalterisch umgesetzt werden.

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

Das Stadtwerk erhält für den Marktstart ein eigenes Logo (Entwicklung durch
die EVO).

1.11.2 Geschäftsbesorgung durch den strategischen Partner
Die Geschäftsbesorgung durch den strategischen Partner richtet sich nach dem
Geschäftsbesorgungsvertrag und dem Leistungsverzeichnis.
Im Laufe der Geschäfts- und Unternehmensentwicklung werden im Stadtwerk
eigene Personalressourcen aufgebaut, um zunehmend kerngeschäftsnahe
Funktionen ins Stadtwerk selbst zu verlagern, um damit Arbeitsplätze und
Wertschöpfung vor Ort zu sichern.

1.11.3 Umsetzung des Kundencenters vor Ort
Bei der Umsetzung einer nachhaltigen Kundenbetreuung setzt das Stadtwerk
Rheda-Wiedenbrück auf eine Drei-Säulen-Strategie:
•

Direkter persönlicher Kontakt vor Ort

•

Mittelbarer Kontakt über Telefon, E-Mail, Brief oder Fax

•

Webpräsenz zur Ausübung von 24/7 Selfservices.

Alle Aufgaben zur Sicherstellung dieser Strategie werden von den Mitarbeitern
des Kundenservices wahrgenommen. Diese sind das »Gesicht« des
Stadtwerks Rheda-Wiedenbrück.
Die Öffnungszeiten des Kundencenters zum Markteintritt sind:
•

Mo-Mi:

08:00 - 17:00 Uhr

•

Do:

08:00 - 18:00 Uhr

•

Fr:

08:00 - 12:00 Uhr

•

Sa:

09:00 - 12:00 Uhr.

Sowohl die Image- als auch die Produktkampagne starten ca. im Oktober 2014.
Zu diesem Zeitpunkt ist durch die EVO gewährleistet, dass das Kundencenter
besetzt ist. Den potentiellen Kunden wird auf diese Weise von Beginn an ein
kompetenter Ansprechpartner bei möglichen Fragen zur Seite stehen.

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

Außerdem wird somit gewährleistet, dass die Werte »Lokale Marke« und
»Kundennähe« von Beginn an umgesetzt werden.
Zur Besetzung des Kundencenters ist ein Mitarbeiter ständig vor Ort, wobei die
Umsetzung unter Beachtung des Arbeitszeitgesetzes im Zwei-Schicht-System
stattfinden kann. Aufgrund der räumlichen Nähe der EVO werden Springer bei
unvorhersehbaren Ereignissen (z.B. Krankheit etc.) unkompliziert und schnell
eingesetzt.
Hauptaufgabe der Mitarbeiter im Kundenservice ist die persönliche, direkte und
fachgerechte Beratung und Betreuung des Kunden vor Ort. Themenfelder wie
Vertragsangelegenheiten, Produktmanagement, Abrechnung und
Forderungsverfolgung sind durch geschultes und erfahrenes Fachpersonal
jederzeit besetzt.
Neben dem direkten Kundenkontakt bearbeiten die Mitarbeiter des
Kundencenters auch die mittelbare Kontaktaufnahme per Telefon, E-Mail, Brief
oder Fax. Darüber hinaus kümmern sie sich um alle Tätigkeiten, welche nicht
im direkten Zusammenhang mit dem Kunden entstehen (z.B. Marktkommunikation, Forderungsmanagement etc.). Die Geschäftsausstattung
beinhaltet diverse Möbelstücke (Schreibtisch, Stühle etc.), IT-Infrastruktur
(Computer, Bildschirme etc.) sowie Werbematerial und Layout auf Basis des
Corporate Designs. Entsprechende Kosten sind im Business-Case hinterlegt.

1.11.4

Weitere Umsetzung des Strom- und Gasvertriebs

Die Vertriebswege gewährleisten, dass eine bedürfnisgerechte Ansprache
stattfindet. Die vertriebsseitige Bearbeitung der Segmente »Privathaushalte«
und »Kleingewerbe« (PuG-Segment) beruht auf dem Zwei-Säulen-Modell
Eigenvertrieb und Partnervertrieb.
Eigenvertrieb
•

Das Stadtwerk schaltet eigenständig Werbe- und Marketingmaßnahmen.

•

Die Kundengewinnung erfolgt über die Mitarbeiter im Kundencenter.

•

Zusätzlich erfolgt eine »aufsuchende/aktive Vertriebsstrategie« durch die
Vertriebsmitarbeiter, d.h. dass bspw. bei öffentlichen Veranstaltungen,
wie etwa auf dem Marktplatz in Rheda, ein Stand aufgebaut wird.

•

Die Kunden können sich auch direkt über die Homepage registrieren.

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

•

Es werden Veranstaltungen für die Zielgruppen der Eigenheimbesitzer
und Gewerbetreibenden organisiert, z.B. ein quartalsweiser
Energiespartag im Kundencenter.

Partnervertrieb
•
•

Das Prinzip »Kunden empfehlen Kunden« wird kontinuierlich gefördert.
Es erfolgen Vertriebskooperationen mit lokalen Partnern, z.B.
ortsansässigen Kreditinstituten oder Elektrobetrieben

•

In Internetmedien, z.B. Verivox, Check24, erfolgt lediglich ein Listing der
Produkte, jedoch werden online keine Preisnachlässe gewährt.

•

Ausgeschlossen sind ausdrücklich Haustürgeschäfte im Sinne einer
»Drückerkolonne« (sog. Ranger).

Umgang mit Preisanpassungen
Unter Berücksichtigung der Energiepreisentwicklung und der veröffentlichten
Änderung von Steuern, Abgaben und Netzentgelten wird zu entsprechenden
Stichtagen die Notwendigkeit der Anpassung bestehender Tarife überprüft.

Bonitätsprüfung
Sollte eine Bonitätsprüfung vor Abschluss des Liefervertrages mit dem Kunden
erforderlich sein, erfolgt diese in branchenüblicher Weise.

1.11.5 Projekte zur Erzeugung von Strom und Wärme
Die EVO unterstützt eine Beteiligung des Stadtwerks am Ausbau der
Erzeugungsinfrastruktur und forciert daher die Einführung von lokalen
Insellösungen. Konkret könnten – vorbehaltlich einer Zustimmung der Stadt
sowie abhängig von Planungen für Neubau- oder Gewerbegebiete – folgende
Projekte angegangen werden:
•

Bau und Betrieb von PV-Modulen auf den neu errichteten bzw. sanierten
Schulgebäuden in Rheda-Wiedenbrück (Umsetzung in 2015, bspw. mit
dem Kooperationspartner greenergetic).

•

Entwicklung von Versorgungskonzepten für kommunale Liegenschaften
(Umsetzung im Jahr 2016).

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

•

Gemeinsam mit der Stadt kann der Bau neuer Nahwärmenetze forciert
werden. Bei politischem Willen und entsprechenden Vorgaben bei der
Erschließungsplanung von Neubaugebieten wäre ein stetiges Wachstum
im Bereich der Nahwärmeversorgung realisierbar (Umsetzung im Jahr
2018).

Unabhängig von der Zustimmung der Stadt und von Planungen für Neubauoder Gewerbegebiete wird folgendes Projekt angegangen:
•

Entwicklung von Contracting-/Pachtmodelllösungen (Strom und Wärme)
für die Geschäftskunden der Möbel- und Fleischereiindustrie (Umsetzung
im Jahr 2017).

1.11.6 Angebote zum Ausbau der Wärmeinfrastruktur in RhedaWiedenbrück
Die EVO unterstützt eine Beteiligung am Ausbau von Wärme-Lösungen:
•

Entwicklung von Contracting-/Pachtmodelllösungen (Wärme) für die
Geschäftskunden der Möbel- und Fleischereiindustrie (Umsetzung im
Jahr 2017).

•

Entwicklung von Versorgungskonzepten für kommunale Liegenschaften
(Umsetzung im Jahr 2016).

•

Aufgrund des sehr hohen Bestands an Nachtspeicher- und Ölheizungen
im Stadtgebiet Rheda-Wiedenbrück kann es in verdichteten
Stadtgebieten Sinn machen, KWK-Anlagen als neues Wärmemedium
einzusetzen (Umsetzung im Jahr 2016).

•

Gemeinsam mit der Stadt kann der Bau neuer Nahwärmenetze forciert
werden. Bei politischem Willen und entsprechenden Vorgaben bei der
Erschließungsplanung von Neubaugebieten wäre ein stetiges Wachstum
im Bereich der Nahwärmeversorgung realisierbar (Umsetzung im Jahr
2018).

1.11.7

Leistungsbezug von der Stadtverwaltung sowie
Gewerbetreibenden vor Ort

Vom Stadtwerk werden – im Rahmen des rechtlich jeweils Zulässigen –
Leistungen von der Stadtverwaltung Rheda-Wiedenbrück sowie
Gewerbetreibenden vor Ort bezogen, sofern diese qualitativ und wirtschaftlich
konkurrenzfähig sind.

14

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

1.12

Vorbereitung des Markteintritts im 2. Halbjahr 2014

Der strukturierte Aufbau des Markteintritts zum 01.01.2015 ist eines der
Kernelemente bei der Gründung des Stadtwerks Rheda-Wiedenbrück. Die
Leistungen der EVO für das Stadtwerk umfassen:
•

Anmeldung des Stadtwerks bei BNetzA, Finanzamt, Zoll und anderen
Behörden/Institutionen

•

Festlegung der genauen Produktausgestaltung (inkl. Bepreisung im
Oktober 2014)

•

Schaffung der Systemvoraussetzungen für die Abrechnungs-, EDM- und
Beschaffungssysteme sowie Einrichtung der Marktpartnerkommunikation

•

Festlegung der Vertriebswege sowie Abschluss von Verträgen für den
Partnervertrieb

•

Erstellung eines Logos, Claims, klassischer Werbemittel und einer
entsprechender Internetpräsenz

•

Implementierung der Vertriebsprozesse und Erstellung von Versorgungsund Energielieferverträgen

•

Einrichtung des Kundencenters (personelle Besetzung ab dem
01.10.2014)

•

Entwicklung und Umsetzung eines Marketingkonzeptes.

Auf Basis der Vertriebsziele des Stadtwerks Rheda-Wiedenbrück wird von der
EVO eine entsprechende Marketingstrategie entwickelt. Mit dieser
Marketingstrategie wird im Wesentlichen verbunden: Zum einen soll die Marke
»Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück« als Sympathieträger mit Inhalten gefüllt
werden, zum anderen werden die Instrumente definiert, um eine erfolgreiche
Markteinführung zu gewährleisten.
Sichtbares Ergebnis der Strategie für die Bürger in Rheda-Wiedenbrück sind
die jeweils zu entwickelnden Kampagnen. Dabei wird zwischen Image- und
Produktkampagne unterschieden.
Im ersten Schritt wird eine Imagekampagne konzipiert und umgesetzt, um eine
möglichst scharfe Image-Abgrenzung zu schaffen und idealerweise eine
Alleinstellung zu kommunizieren. Hierfür werden insbesondere
Zeitungsanzeigen, Außenwerbung, Informationsveranstaltungen sowie
Pressemitteilungen genutzt.

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

Nach erfolgreicher Markteinführung wird im zweiten Schritt eine
Produktkampagne aufgelegt, um neben der Markeneinführung auch die
Produkte des Stadtwerks Rheda-Wiedenbrück entsprechend zu bewerben. Die
Aktionen der Kundengewinnung setzen sich insbesondere wie folgt zusammen:
•

Produktflyer, welche als Postwurfsendung an alle Haushalte verteilt
werden.

•

Zeitungsanzeigen, welche auf die Produkte sowie den Mehrwert des
kommunalen Versorgers hinweisen.

•

Affiliate-Marketing über Partner wie Verivox und Check24 und darüber
hinaus das Schalten von Google adwords.

•

1.13

Pressemitteilungen zum neuen Produktportfolio.

Vergütung der Leistungen des strategischen Partners

Die Vergütung richtet sich nach dem Geschäftsbesorgungsvertrag. Hierzu stellt
die EVO sicher:
•

Synergieeffekte werden bei allen Anlaufkosten berücksichtigt, dies betrifft
insbesondere Kosteneinsparungen bei den EDV-Systemen.

•

Ab dem Markteintritt des Stadtwerks werden die Cost-to-Serve anhand
von Marktpreisen ermittelt, um Synergieeffekte bereinigt und dem
Stadtwerk in Rechnung gestellt. Unter den »Cost-to-Serve« werden die
Prozesskosten der Kundenbetreuung verstanden. Diese umfassen
insbesondere: Lieferantenwechsel, Beschaffung, Netznutzung (ohne
Netznutzungsentgelte), Übernahme und Plausibilisierung
Verbrauchsdaten, Abrechnung, Fakturierung und Zahlungsverkehr,
Mahn- und Klagewesen, Debitorenbuchhaltung, Dokumentation,
Kundenbetreuung, Produkt- und Preisanpassungen sowie
Beschwerdemanagement.

•

Die Cost-to-Serve im Gesamtjahr 2015 betragen pro beliefertem Kunden
und Jahr Euro 35,00 (Strom) und 39,60 Euro (Gas).

•

Für die Geschäftsbesorgung findet eine variable Vergütung anhand von
Mengentreibern der Kostenpositionen statt. Somit entstehen Kosten fast
ausschließlich bei der Generierung von Erlösen.

•

Zur Liquiditätssicherung der Gesellschaft sind für die Geschäftsbesorgungsleistungen der EVO grundsätzlich Rechnungen nachschüssig
zu begleichen. Insbesondere die Geschäftsaufbauleistungen werden

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

nicht im Planjahr 2014, sondern in drei gleichen Teilen quartalweise ab
dem 1. Quartal 2015 in Rechnung gestellt.

1.14

Sonstige Vorteile zu Gunsten des Stadtwerks bzw. der Stadt

Die EVO hält die erforderlichen personellen Kapazitäten für die
Geschäftsbesorgung vor.
Aufgrund der Tatsache, dass eine Weiterberechnung der Dienstleistungskosten fast ausschließlich anhand von Wertetreibern stattfindet (Costto-Serve pro Kunde oder Euro pro Kundenkontakt) und nicht mit
Pauschalbeträgen, trägt die EVO nahezu das volle Investitionsrisiko auf der
Personal- und IT-Kostenseite.
Darüber hinaus garantiert die EVO die konstante Höhe der spezifischen ITKosten über den Planungszeitraum. Das bedeutet, dass Preissteigerungen der
EVO-IT-Dienstleister nicht an das Stadtwerk Rheda-Wiedenbrück
weitergegeben werden.
Option: Um den Gründungsaufwand (Eigenkapital der Gesellschafter) möglichst
gering zu halten, bietet die EVO der Stadt Rheda-Wiedenbrück die Einbringung
eines Gesellschafterdarlehens mit Nachrang-Charakter zur
Anschubfinanzierung an. Dies gewährleistet, dass ein hoher
Eigenkapitalbestand (Liquidität) vorhanden ist und der Jahresüberschuss von
Beginn an anteilig ausgeschüttet werden kann. Dieser Leverage-Effekt
generiert bei den Gesellschaftern eine höhere Eigen- und Gesamtkapitalrendite
und verkürzt den Return-on-Investment deutlich. Die Eckpunkte eines solchen
Darlehns sehen wie folgt aus:
•

Vertragsdauer/Laufzeit: 10 Jahre

•

Darlehenshöhe: 160.000 Euro

•

Zins sowie Tilgung: 4% und 8,2% (Volltilgung)

•

Sonstige Vereinbarungen: Darlehen mit Nachrang-Charakter,
festverzinslich, keine Gewinn- oder Verlustbeteiligung.

Für den Fall, dass die angestrebten Kundenziele nicht erreicht werden, strebt
die EVO folgende Maßnahmen zur Nachsteuerung an:
•

Stärkere Fokussierung auf die Strategie des »aufsuchenden« Vertriebs.
Dies bedeutet, dass der Front-Office-Bereich zur Kundengewinnung

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Inhaltliche und konzeptionelle Eckpunkte für das Stadtwerk – Anlage 1 zum Partnerschaftsvertrag

stärker in der Öffentlichkeit präsent ist und z.B. an Veranstaltungen/
Events teilnimmt.
•

Gewährung eines Wechselbonus beim Abschluss eines gemeinsamen
Strom- und Gasvertrags; dies jedoch erst im Rahmen der ersten
Preisanpassung zum 01.01.2016.

•

Zusätzliche Option zur Einführung einer Kundenkarte ab 2017, falls die
Kundenziele in 2015/2016 nicht erreicht werden.

•

Gewährung eines Gutscheins zur Wartung der Heizungsanlage
(durchgeführt von örtlichen Installateuren).

•

2

Initialisierung bspw. eines Förderprogramms für Gas-Hausanschlüsse.

Wesentliche Eckdaten des Business Case

Vereinbart werden folgende Ziele und Ergebnisse für das Stadtwerk RhedaWiedenbrück auf Basis des Business Cases der EVO:
Nr.

Ziel

1

Versorgte Kunden PuG-Segment
Strom (Anzahl)

2

31.12.2015

31.12.2019

2.100

5.315

Versorgte Kunden PuG-Segment Gas
(Anzahl)

620

1.573

3

Mitarbeiter des Stadtwerks in
Vollzeitstellen (Anzahl)

[...]

2,3

4

Investition in Summe, inkl.
Anlaufverlusten, die von beiden
Partnern zu tragen ist

274 TEuro

5

Erwirtschafteter Nettoertrag bis
31.12.2019

537 TEuro

6

Zeitpunkt des Break-even (bezogen
auf den Erfolgsplan)

2016

7

Zeitpunkt des Return on Investment
(bezogen auf die Investition)

2018

18